
Die energetische Sanierung von Bestandgebäuden verläuft in Deutschland deutlich langsamer als es für einen effektiven Klimaschutz notwendig wäre. Neben ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten dient eine nachträgliche Dämmung der Gebäudehülle auch der Vorbeugung von unhygienischen Verhältnissen oder Komforteinbußen. Bei Wänden gilt die Außendämmung als die bauphysikalisch günstigere Dämmvariante. Aus unterschiedlichen Gründen ist sie jedoch nicht überall durchführbar oder zu teuer. In solchen Fällen stellt eine Innendämmung eine sinnvolle und bei richtiger Planung und Ausführung sichere Maßnahme dar. Auf dem Markt gibt es eine große Auswahl an unterschiedlichen Innendämmsystemen, die aber nicht in allen Fällen gleich gut geeignet sind. Die Innendämmung erhöht die klimatische Beanspruchung der Fassade, wobei dem Schlagregenschutz eine besondere Bedeutung zukommt. Die deutschen Feuchteschutznormen (DIN 4108, Teile 2 und 3) enthalten leider nur sehr wenige Hinweise zur Planung einer Innendämmmaßnahme, sodass der Praktiker meist auf WTA-Merkblätter und andere Richtlinien zurückgreifen muss.
– Wärmeschutz durch Innendämmung im Vergleich zur Außendämmung (Vor- und Nachteile, sowie sinnvolle Dämmschichtdicken).
– Tauwasser- und Regenschutz – was sagen die Richtlinien?
– Feuchteschutzbemessung von Innendämmsystemen.
– Bedeutung und Ausführung von Anschlussdetails.
Ihr Dozent
Prof. Dr.-Ing. Hartwig M. Künzel
war von 1987 bis 2026 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) und dort von 1994 bis 2025 Leiter der Abteilung Hygrothermik. Aus seiner Dissertation im Fachbereich Bauingenieurwesen der Universität Stuttgart 1994 ist das heute weltweit angewandte hygrothermische Simulationsmodel WUFI® hervorgegangen.
Hartwig Künzel ist Mitglied in Sachverständigenausschüssen des DIBT sowie in Arbeitsgruppen der WTA und leitete 12 Jahre lang den deutschen Normungsausschuss zum klimabedingten Feuchteschutz. Er lehrt als Honorarprofessor an der Universität Stuttgart klimagerechtes Bauen. Aufgrund seiner Beiträge zur internationalen Bauphysikforschung und Entwicklung wurde er von der American Society of Heating, Refrigeration and Air-conditioning Engineers (ASHRAE) zum Fellow und von der Japanischen Gesellschaft für Heizung-, Klima- und Sanitärtechnik (SHASE) zum Internationales Ehrenmitglied ernannt. Dem Fachpublikum ist er durch zahlreiche Vorträge und über 450 nationale und internationale Publikationen und Konferenzbeiträge bekannt.
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich an alle Energieberatenden, Architekt:innen, Sanierungsbegleiter:innen und Planer:innen.
Teilnahmezertifikat
Skript und Arbeitsunterlagen werden gestellt.
Online über die BBB-Plattform / Präsenz: nein
Beantragte Unterrichtseinheiten für die Eintragung bzw. Verlängerung des Eintrags in der Energie-Effizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes für diese Veranstaltung:
Zur Verlängerung des Listeneintrages müssen alle drei Jahre insgesamt 24 Unterrichtseinheiten nachgewiesen werden. Weitere Informationen finden Sie hier.